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taizze.de - Edelstein-Glossar

Edelsteine

Für den Begriff „Edelstein“ gibt es keine allgemeingültige Definition. Die meisten Edelsteine sind Mineralien, wie zum Beispiel der „König der Edelsteine“, der Diamant,  seltener Mineralaggregate (z.B. Lapislazuli) oder einfach nur Gesteine (wie Onyx-Marmor). Es gibt organische Edelsteine, wie der allseits bekannte Bernstein und synthetisch hergestellte Edelsteine, wie Zirkonia oder der YAG. Auch gibt es keine klare Abgrenzung zu Kohle, Knochen, Glas und Metall. Hierzu einige mehr oder weniger bekannte Beispiele:

  • Gagat (Kohle)
  • Moldavit (glasiges Folgeprodukt eines Meteoriteneinschlags)
  • Elfenbein (Stoßzähne)
  • Fossilien

Eines haben die unterschiedlichen Materialien der Edelsteine aber gemeinsam: das Schöne, das Besondere, das sie uns so schätzen lässt. Es ist die Farbe oder das prächtige Farbenspiel, der besondere Glanz, die große Härte, wie sie z.B. beim Diamant sogar von nichts übertroffen wird, die Seltenheit oder aber ein interessanter Einschluss, wie wir es alle vom Bernstein kennen.
Wirkliche Edelsteine werden in der Regel geschliffen um ihre ganze Pracht zur Geltung zu bringen. So erhalten die Rohsteine ihre Veredelung.
Es gibt etwa einige hundert verschiedene Edelsteine, wobei die Zahl ihrer Variationen etwa doppelt so hoch ist. Und es kommen sogar heutzutage immer noch neue Edelsteine hinzu...

Die Geschichte der Edel- und Schmucksteine

Edel- und Schmucksteine sind in der Schmuckverwendung seit etwa 10.000 Jahren bekannt. Die ersten Steine, die ihren Zweck in der Schmuckherstellung fanden waren:

  • Amethyst
  • Bergkristall
  • Bernstein
  • Granat
  • Jade
  • Jaspis
  • Koralle
  • Lapislazuli
  • Perlen
  • Serpentin
  • Smaragd
  • Türkis

Sie dienten ursprünglich als Statussymbol für die Oberschicht der damaligen Gesellschaft. Später besetzten Fürsten und Könige ihre Insignien mit Edelsteinen, um ihre Macht damit zu dokumentieren. Diese wertvollen Stücke werden heute in Museen zur Schau gestellt.
Heutzutage trägt man Edelsteine wohl eher ihrer Schönheit wegen und der Freude, die sie uns bereiten. Edelsteinen wurden früher geheimnisvolle Kräfte zugesagt, weshalb sie oft als Talisman oder Amulett getragen wurden. Bis heute sagt man ihnen besondere Kräfte nach und sie werden in der Lehre der Esoterik als Heilmittel angesehen.

Farbsteine, Farbedelsteine

Farbstein ist eine Handelsbezeichnung für alle (auch nichtfarbigen) Edelsteine wie dem Diamant. Um den Edelsteincharakter dieser Gruppe zu betonen, spricht man heutzutage eher von Farbedelsteinen. Bei der Steinverarbeitung versteht man unter Farbsteinen alle Edelsteine außer Achat und Diamant.

Gemmologie Edelsteinkunde

Gemmologie ist die Wissenschaft von den Edelsteinen. Im deutschen Sprachbereich ist der Begriff Edelsteinkunde allerdings bekannter.

Halbedelstein

Der Begriff Halbedelstein sollte wegen seiner abwertenden Bedeutung nicht verwendet werden. Früher meinte man damit die weniger wertvollen und nicht sehr harten Edelsteine, die man den „wirklichen“ Edelsteinen gegenüberstellte. „Wirklich“ und „halbedel“ sind jedoch Eigenschaften, die sich bei Edelsteinen nicht vernünftig definieren lassen.

Imitation

Imitationen sind Nachahmungen von natürlichen oder synthetisch hergestellten Edelsteinen. Sie ahmen das Aussehen, die Farbe und die Wirkung ihrer Vorbilder nach, ohne jedoch deren physikalische und chemische Eigenschaften zu besitzen.

Juwel

Jedes Schmuckstück ist ein Juwel. Im engeren Sinn versteht man allerdings darunter ein Schmuckstück aus Edelmetallen, in dem ein oder mehrere Edelsteine gefasst sind.
Seltener werden auch geschliffene Edelsteine ohne Fassung als Juwel bezeichnet.

Mineral

Minerale sind in sich einheitliche, natürlich entstandene, gewöhnlich feste Bestandteile der Erdkruste oder der Mondschale. Die meisten Mineralien haben eine bestimmte Kristallform, sind also kristallin.

Schmuckstein

Der Begriff Schmuckstein ist eine Sammelbezeichnung für alle schmückenden Steine und steinähnlichen Mineralien. Zuweilen wird das Wort Schmuckstein auch als Synonym für Edelsteine verstanden. Tatsächlich gibt es keine überzeugende Abgrenzung von wertvolleren und weniger wertvollen Steinen. Daher ist es oft zweckmäßig, zusammenfassend von Edel- und Schmucksteinen als einem Begriff zu sprechen.

Synthetischer Edelstein

Synthetische Edelsteine sind kristallisierte, von Menschenhand gefertigte Produkte, deren physikalische und chemische Eigenschaften mit denen der Edelsteine weitgehend übereinstimmen. Heutzutage gibt es kaum einen Edelstein, der nicht synthetisch hergestellt werden kann. Darüber hinaus gibt es auch synthetische Edelsteine ohne natürliche Vorbilder, wie den Fabulit, Galliant, Linobat, den YAG (Yttrium-Aluminium-Granat), oder den bekannten Zirkonia, der lange Zeit als beste Diamant-Imitation galt und in allen Farben angeboten wird.

Edelsteinnamen

Die ursprünglichen Namen von Edelsteinen gehen auf orientalische Sprachen, auf Griechisch und Latein zurück und nehmen Bezug auf hervorstehende Eigenschaften, vor allem die Farbe, den Fundort und auf geheimnisvolle Kräfte, die so manchem Edelstein nachgesagt wurde.
Heute sind moderne Edelsteinnamen meist reine Kunstschöpfungen, beziehen sich auf chemische Elemente der Edelsteine, auf bestimmte Eigenschaften, auf Fundorte oder auf Personen. Oft ist man sich bei der Namensgebung nicht einig, weshalb es viele Edel- und Schmucksteine mit Zweitnamen oder Synonymen gibt.

Optische Eigenschaften der Edelsteine

Unter den verschiedenen Eigenschaften der Edel- und Schmucksteine sind die optischen Erscheinungen wohl die wichtigsten. Sie äußern sich in Farbe und Glanz, Feuer und Lumineszenz, in Lichtfiguren und Flächenschiller. Auch bei der Bestimmung von Edelsteinen werden zunehmend die Erkenntnisse über deren optische Eigenschaften genutzt.

  • Farbe
    Die Farbe steht bei der Beurteilung der Edelsteine gewöhnlich im Vordergrund.
    Es sind vor allem die Anteile an Metallen in den Steinen, die farbgebend wirken.
  • Dispersion
    Bei farblosen und geschliffenen Edelsteinen kann man gelegentlich ein Farbenspiel beobachten. Es kommt durch Zerlegung des weißen Lichts in die Spektralfarben zustande und wird Dispersion genannt. Diese kann durch Facetten verstärkt werden.
    Beim Diamanten, bei dem die Farbstreuung besonders groß ist, entsteht auf diese Weise eine Vielzahl farbspektraler Effekte, das sogenannte Feuer.
  • Transparenz
    Für die meisten Edelsteine ist die Transparenz ein Wertfaktor. Einschlüsse von Fremdstoffen  oder Luftblasen beeinträchtigen die Transparenz, da die Lichtdurchlässigkeit behindert wird.
  • Glanz
    Geschliffen oder als Rohsteine - viele Edel- und Schmucksteine haben einen ganz charakteristischen Glanz, der deshalb als Bestimmungshilfe dienen kann.
    Man unterscheidet folgende Arten des Glanzes:
    • Metallglanz
      Stärkster Glanz überhaupt. Wie bei polierten Metallen oder Alufolie. Es gibt ihn nur bei undurchsichtigen Steinen.
    • Diamantglanz
      Strahlender Glanz wie bei geschliffenen Diamanten. Gibt es nur bei durchsichtigen und durchscheinenden Steinen.
    • Fettglanz
      Wie der Glanz von Fettflecken auf Papier. Gibt es nur bei trüben Steinen. Bei Edelsteinen wenig verbreitet.
    • Perlmuttglanz
      Wie der Glanz von Perlmutt.
    • Seidenglanz
      Wogender Lichtschein, wie bei Naturseide.
    • Wachsglanz
      Matter Glanz bei Edelsteinen mit gröberen Unebenheiten, wie z.B. Feuerstein.
    • Harzglanz
      Harziger, wenig intensiver Glanz, wie beim Bernstein. Selten bei Edelsteinen.
    • Glasglanz
      Wie der Glanz von einfachem Fensterglas. Am weitesten verbreitet.
  • Lichtfiguren und Flächenschiller
    • Adularisieren
      Mondstein, eine Adular-Variation, zeigt im Cabochon-Schliff einen flächenhaft bläulich-weißen Schimmer, der beim Bewegen des Steins über die Oberfläche gleitet.
    • Asterismus (Sterneffekt)
      Eine Erscheinung mit sternförmigen Lichstreifen. Es gibt vier- bis zwölfstrahlige Sterne. Kommt z.B. beim kuglig geschliffenen Rosenquarz vor.
    • Aventurismus
      Buntes Farbenspiel glänzender Reflexe an eingelagerten Blättchen auf meist undurchsichtigem Untergrund. Kommt u. a. beim Aventurin und beim Sonnenstein vor.
    • Chatoyiren (Katzenaugeneffekt)
      Lichterscheinung, die an das schlitzartige Auge der Katze erinnert. Ist am wirkungsvollsten, wenn der Stein als Cabochon geschliffen ist. Beim Drehen des Edelsteins gleitet das Katzenauge über die Oberfläche des Steins hinweg. Das edelste Katzenauge hat der Chrysoberyll. Der Effekt ist aber bei vielen Edel- und Schmucksteinen zu finden, z.B. beim Tigerauge.
    • Irisieren
      Farbenspiel einiger Edelsteine auf Grund der Zerlegung des Lichts an Sprüngen und Rissen in die Regenbogenfarben.
    • Labradorisieren
      Farbenspiel in metallisch glänzenden Tönen, insbesondere beim Labradorit und Spektrolith.
    • Lüster
      Irisierender Glanz und zartes Farbenspiel bei Perlen. Entsteht durch Beugung und Interferenz des Lichts an den schindelartig gelagerten Aragonitblättchen nahe der Perloberfläche.
    • Opaleszieren
      Milchig bläuliches oder perlglanzartiges Aussehen, besonders bei Opalen.
    • Opalisieren
      Buntfleckiges Farbenspieldes Edelopals.
    • Seide
      Durch Reflexion an gleichgerichteten, feinfasrigen Einlagerungen bewirkter seidenartiger Glanz. Bei facettierten Rubinen und Saphiren besonders geschätzt.

Bearbeitung von Farbsteinen

Zu den Farbsteinen zählen im Rahmen der Bearbeitung alle Edel- und Schmucksteine außer
Achat und Diamant.
Beim Farbschleifen (Lapidärie) werden die Steine mit Hilfe von Diamantsplittern zurechtgeschnitten und geschliffen.

  • Cabochonschliff
    Undurchsichtige Edel- und Schmucksteine und solche mit wertmindernden Einschlüssen erhalten einen gerundeten Schliff und werden dann als Cabochon (franz. „Nagelkopf“) bezeichnet.
    Seine Verwendung ist vielseitig - als Ringstein, für Broschen, Colliers oder als Anhänger.
    Als Modeschmuck auch mit Fantasieformen weit verbreitet.
  • Facettenschliff
    Durchsichtige Edel- und Schmucksteine erhalten den sogenannten Facettenschliff. Hierbei werden bestehende Kanten und Ecken der Edelsteine abgeschliffen. Somit entstehen immer neue Flächen, die Facetten.
  • Kugelschleifen
    Beim Kugelschleifen werden Edel- und Schmucksteinwürfel bis hin zur vollendeten Kugel geschliffen. Die so entstandenen Kugeln werden bei einer Größe bis zu 10 mm auch Perlen genannt, haben aber, bis auf die Form, nichts mit den organischen Perlen zu tun.
  • Trommelschleifen
    Das Trommelschleifen ist eine moderne Art der Steinverarbeitung. Mit Hilfe von rotierenden Trommeln werden unregelmäßig geformte, abgerundete Steine gewonnen, die vor allem für Modeschmuck bestens geeignet sind.

Schliffarten

Man kann geschliffene Edelsteine in drei Haupttypen des Schliffs einteilen:

  • Facettenschliff
    Der Facettenschliff erhält seinen Charakter von einer Vielzahl kleiner Flächen, den Facetten. Er wird hauptsächlich bei durchsichtigen Edel- und Schmucksteinen angewendet und kann in zwei Grundtypen eingeteilt werden: den Brillantschliff mit rundem Grundriss und den Treppenschliff mit eckiger Form.
    Der Brillantschliff gilt als höchste Vollendung der Schleifkunst und wird, wenn irgend möglich angewendet.
  • Glattschliff
    Der Glattschliff kann eben, gewölbt, als Cabochon oder Kugel ausgeführt werden. Er wird durch keine Facetten unterbrochen und dient vorzugsweise zum Schleifen von Achat und anderen undurchsichtigen Steinen.
  • Gemischter Schliff
    Der Gemischte Schliff ist eine Mischung aus Facetten- und Glattschliff.

Schliffformen

Von den Schliffarten gibt es eine Fülle abgeleiteter Formen, den Schliffformen. Diese können rund, oval, kegelartig, quadratisch (Carré), rechteckig (Baguette), dreieckig (Triangel) und vieleckig sein.
Dazu gibt es viele nachgeahmten Formen irgendwelcher Vorbilder, wie Olive, Birnenkern (Tropfen), Schiffchen (Narvette oder Marquise), Herz, Trapez oder Tonne. Desweiteren gibt es die sogenannten Freiformen, reine Fantasiebilder, Designervorgaben für Modeschmuck.

Kommerzielle Klassifizierung der Edel- und Schmucksteine

Bekannteste Edel- und Schmucksteine 

Hierzu gehören alle Edel- und Schmucksteine, die schon lange im Handel vertreten sind und allgemein bekannt sind. Sie werden gefasst und als Schmuckstück getragen.
Hier eine kleine Auswahl der bekanntesten Edelsteine:

  • Diamant
  • Rubin
  • Saphir
  • Smaragd
  • Aquamarin
  • Spinell
  • Topas
  • Granat
  • Zirkon
  • Turmalin
  • Bergkristall
  • Rauchquarz
  • Amethyst
  • Citrin
  • Rosenquarz
  • Aventurin
  • Tigerauge
  • Achat
  • Jaspis
  • Opal
  • Jade
  • Peridot
  • Hämatit
  • Mondstein
  • Sonnenstein
  • Türkis
  • Lapislazuli
  • Malachit

Weniger bekannte Edelsteine

Die meisten Vertreter dieser Gruppe waren bis vor wenigen Jahren im Handel kaum verbreitet,
erfreuen sich aber jetzt zunehmender Beliebtheit.
Hier eine kleine Auswahl der weniger bekannten Edelsteine:

  • Andalusit
  • Cordierit
  • Danburit
  • Axinit
  • Epidot
  • Vesuvian
  • Petalit
  • Beryllonit
  • Lazulith
  • Dioptas
  • Titanit
  • Kyanit
  • Fluorit
  • Sphalerit
  • Serpentin
  • Ulexit
  • Tigereisen
 

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